Eine gute Isomatte isoliert gegen die Bodenkälte, liegt bequem und bleibt dabei leicht - aber nur, wenn R-Wert, Komfort und Gewicht zusammenpassen. Wir haben drei aufblasbare Trekking-Isomatten verglichen.
Die Isomatte entscheidet im Zelt oft mehr über den Schlafkomfort als der Schlafsack. Wichtigster Wert ist der R-Wert, der angibt, wie gut die Matte gegen Bodenkälte isoliert. Daneben zählen Liegekomfort durch ausreichende Dicke, ein geringes Gewicht und kleines Packmaß sowie eine robuste, unempfindliche Hülle. In diesen Test haben wir nur aufblasbare Modelle für Drei-Jahreszeiten-Touren aufgenommen.
Testergebnisse für 3 Isomatten
| Produkt | Typ | R-Wert | Gewicht | Qualitätsurteil | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Therm-a-Rest NeoAir XLite Testsieger | Aufblasbar | 4,5 | ~350 g | 1,7 GUT |
| 2 | Sea to Summit Ether Light XT | Aufblasbar | 3,2 | ~480 g | 2,0 GUT |
| 3 | Naturehike Ultralight Preistipp | Aufblasbar | 2,2 | ~480 g | 2,6 BEFRIEDIGEND |
Bewertungsskala: sehr gut (0,5-1,5) · gut (1,6-2,5) · befriedigend (2,6-3,5) · ausreichend (3,6-4,5) · mangelhaft (4,6-5,5)
So haben wir getestet
In kühlen Nächten auf festem Boden im Zelt haben wir jede Matte über mehrere Übernachtungen geprüft. Bewertet wurden die Isolation gemessen am R-Wert, der Liegekomfort über Dicke und Stützverhalten, das Gewicht und Packmaß, die Robustheit von Hülle und Ventilen sowie die Handhabung beim Aufblasen und Verstauen. Reine Sommermatten ohne nennenswerte Isolation blieben außen vor.
Gewichtung der Bewertungskriterien:
Aufblasbare Isomatte · R-Wert 4,5 · ~350 g
Die ausgewogenste Matte im Test: Der R-Wert von 4,5 isoliert zuverlässig gegen Bodenkälte und reicht für die meisten Drei-Jahreszeiten-Touren. Dabei wiegt die NeoAir XLite nur rund 350 g und lässt sich auf die Größe einer Trinkflasche zusammenrollen. Die reflektierende Innenstruktur hält die Wärme, und das große Ventil ermöglicht schnelles Aufblasen und Ablassen. Die dünne Hülle erfordert etwas Sorgfalt, ist im Test aber zuverlässig dicht geblieben.
- Typ
- Aufblasbar (Kammerkonstruktion)
- R-Wert
- 4,5 (Drei-Jahreszeiten)
- Dicke
- ~6,4 cm
- Gewicht/Preis
- ~350 g · ~200 €
Testergebnisse im Detail
Vorteile
- Hoher R-Wert bei sehr geringem Gewicht
- Winziges Packmaß
- Schnelles Ventil zum Auf- und Ablassen
- Gute Wärmerückhaltung durch reflektierende Schichten
Nachteile
- Dünne Hülle braucht etwas Sorgfalt
- Leichtes Knistern beim Bewegen
Fazit: Klarer Testsieger. Isolation, Gewicht und Packmaß auf hohem Niveau - die beste Allround-Matte für Trekkingtouren.
Die Sea to Summit Ether Light XT ist die besonders dicke und bequeme Alternative zum Testsieger. Mit rund 10 cm Dicke baut sie deutlich höher als die meisten Trekkingmatten und schluckt selbst auf unebenem oder steinigem Untergrund Bodenunebenheiten - das kommt vor allem Seiten- und Rückenschläfern zugute, deren Hüfte und Schulter nicht durchdrücken. Die wabenartige Air-Sprung-Cell-Konstruktion stützt gleichmäßig und vermittelt ein fast matratzenähnliches Liegegefühl. Der mitgelieferte Pumpsack macht das Aufblasen einfach und hält Feuchtigkeit aus dem Inneren. Gegenüber dem Testsieger fällt der R-Wert mit 3,2 jedoch spürbar niedriger aus, was in kalten Nächten mehr Bodenkälte durchlässt, und mit rund 480 g ist sie etwas schwerer und voluminöser im Packsack. Wer Komfort über das letzte Gramm und die maximale Isolation stellt, fährt mit ihr aber bestens.
- Typ
- Aufblasbar (Air-Sprung-Cell)
- R-Wert
- 3,2
- Dicke
- ~10 cm
- Gewicht/Preis
- ~480 g · ~160 €
Vorteile
- Sehr dick (~10 cm), hoher Liegekomfort
- Ideal für Seitenschläfer
- Gleichmäßige Stützung durch Air-Sprung-Cells
- Einfaches Aufblasen per Pumpsack
Nachteile
- Niedrigerer R-Wert (3,2) als der Testsieger
- Etwas schwerer (~480 g) und größeres Packmaß
Die Naturehike Ultralight ist der Preistipp für Einsteiger und Sommertouren. Für rund 60 Euro bekommt man eine aufblasbare Matte, die mit etwa 480 g angenehm leicht bleibt und sich klein zusammenrollen lässt. Der Liegekomfort geht für die Preisklasse in Ordnung, das Aufblasen klappt mit wenigen Atemzügen oder dem optionalen Pumpsack. Die deutlichste Schwäche ist die Isolation: Mit einem R-Wert von nur 2,2 lässt sie in kühlen Nächten spürbar mehr Bodenkälte durch und eignet sich vor allem für milde Bedingungen. Auch die dünnere Hülle wirkt weniger robust als bei den teureren Markenmatten und verlangt etwas mehr Vorsicht. Wer im Sommer unterwegs ist und auf das Budget achtet, bekommt hier dennoch viel Matte fürs Geld.
- Typ
- Aufblasbar (Längskammern)
- R-Wert
- 2,2 (Sommer)
- Dicke
- ~6,5 cm
- Gewicht/Preis
- ~480 g · ~60 €
Vorteile
- Günstiger Einstiegspreis
- Geringes Gewicht (~480 g)
- Kleines Packmaß
- Ordentlicher Liegekomfort für die Klasse
Nachteile
- Niedriger R-Wert (2,2), nur für milde Nächte
- Dünnere, empfindlichere Hülle
- Pumpsack nur optional
Häufige Fragen
Was bedeutet der R-Wert?
Der R-Wert gibt an, wie gut eine Isomatte gegen Bodenkälte isoliert - je höher, desto wärmer. Für den Sommer reicht ein R-Wert um 2, für Drei-Jahreszeiten sind 3-4 empfehlenswert, für den Winter 5 und mehr. R-Werte sind nach der Norm ASTM F3340 vergleichbar.
Aufblasbar, selbstaufblasend oder Schaumstoff?
Aufblasbare Matten bieten das beste Verhältnis aus Komfort, Isolation und Packmaß, sind aber empfindlicher. Selbstaufblasende Matten sind robuster und bequemer im Handling, aber schwerer. Schaumstoffmatten sind unkaputtbar und günstig, dafür weniger bequem und voluminös.
Wie schütze ich die Matte vor dem Durchstechen?
Den Untergrund von spitzen Steinen und Ästen befreien, idealerweise eine dünne Unterlage (Footprint) verwenden. Ein kleines Reparaturset gehört auf jede Tour - die meisten Löcher lassen sich damit unterwegs flicken.
Wie blase ich eine Isomatte richtig auf?
Am besten mit dem mitgelieferten Pumpsack statt mit dem Mund - so gelangt keine Feuchtigkeit ins Innere, die im Winter gefrieren oder langfristig Schimmel begünstigen könnte. Zum Schluss den Druck nach dem Hinlegen nachjustieren.
Hinweis: Die Ergebnisse dieses Tests beruhen auf praktischen Vergleichen und Herstellerangaben und stellen keine Garantie dar. Das Wärme- und Komfortempfinden hängt von Untergrund, Schlafsack, Bekleidung und individuellem Empfinden ab.
