Ein gutes Grafiktablett macht digitales Zeichnen und Bildbearbeitung spürbar präziser - aber nur, wenn Stift, Oberfläche und Treiber zusammenpassen. Wir haben drei Grafiktabletts vom Premium- bis ins Einsteigersegment verglichen.
Grafiktabletts ohne eigenen Bildschirm (Pen-Tablets) übertragen die Stiftbewegung auf den Monitor und bieten ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Entscheidend sind ein präziser, batterieloser Stift mit feiner Druckdynamik, eine angenehme Stiftoberfläche und ein stabiler Treiber. In diesen Test haben wir nur Pen-Tablets ohne Display aufgenommen.
Testergebnisse für 3 Grafiktabletts
| Produkt | Aktive Fläche | Verbindung | Preis | Qualitätsurteil | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Wacom Intuos Pro M Testsieger | 224 × 148 mm | USB / Bluetooth | ~380 € | 1,5 SEHR GUT |
| 2 | XPPen Deco Pro MW | 280 × 160 mm | USB-C / Funk | ~120 € | 2,0 GUT |
| 3 | Huion Inspiroy H640P Preistipp | 160 × 100 mm | USB | ~35 € | 2,8 BEFRIEDIGEND |
Bewertungsskala: sehr gut (0,5-1,5) · gut (1,6-2,5) · befriedigend (2,6-3,5) · ausreichend (3,6-4,5) · mangelhaft (4,6-5,5)
So haben wir getestet
In mehreren Sitzungen mit digitalem Zeichnen, Retusche und Handschrift haben wir jedes Tablett über mehrere Tage im Alltag eingesetzt. Bewertet wurden die Präzision und Druckdynamik des Stifts, die Verarbeitung und das Schreibgefühl der Oberfläche, die Stabilität und der Funktionsumfang der Treiber-Software sowie die Ausstattung mit Express-Keys und Funk. Display-Tabletts mit eigenem Bildschirm blieben außen vor.
Gewichtung der Bewertungskriterien:
Pen-Tablet · 224 × 148 mm · 8.192 Druckstufen · USB und Bluetooth
Das ausgewogenste Tablett im Test: Der batterielose Stift arbeitet mit 8.192 Druckstufen extrem präzise, feine Linien und Druckverläufe gelingen ohne wahrnehmbare Verzögerung. Die leicht angeraute Oberfläche vermittelt ein papierähnliches Schreibgefühl, und der Treiber läuft stabil mit umfangreichen Einstellmöglichkeiten. Über Bluetooth lässt sich das Tablett auch kabellos nutzen, acht frei belegbare Express-Keys beschleunigen den Workflow.
- Aktive Fläche
- 224 × 148 mm
- Stift
- batterielos, 8.192 Druckstufen
- Verbindung
- USB und Bluetooth
- Preis
- ~380 €
Testergebnisse im Detail
Vorteile
- Sehr präziser, batterieloser Stift
- Papierähnliches Schreibgefühl
- Stabiler, umfangreicher Treiber
- Kabellos per Bluetooth nutzbar
Nachteile
- Hoher Preis
- Ersatzspitzen vergleichsweise teuer
Fazit: Klarer Testsieger. Präziser Stift, papierähnliche Oberfläche und ein stabiler Treiber machen es zum besten Allround-Grafiktablett im Test - wenn der Preis stimmt.
Das Deco Pro MW ist die große Funk-Alternative für alle, die viel Zeichenfläche und üppige Ausstattung zum kleinen Preis suchen. Mit 280 × 160 mm bietet es spürbar mehr Platz für ausladende Striche als der Testsieger, und das griffige Drehrad für Zoom und Pinselgröße geht angenehm flott von der Hand. Der batterielose Stift zeichnet mit 8.192 Druckstufen präzise, die Funkverbindung läuft im Test stabil, und acht Express-Keys lassen sich frei belegen. Der Treiber bietet viele Optionen, wirkt im Detail aber etwas weniger ausgereift als bei Wacom und verlangt nach Updates gelegentlich eine Neukonfiguration. Auch die Stiftspitze gleitet etwas glatter über die Oberfläche, was nicht jedem das papierähnliche Gefühl des Testsiegers ersetzt. Für rund 120 € ist das Gesamtpaket aber hervorragend und der naheliegende Tipp für preisbewusste Einsteiger und Fortgeschrittene.
- Aktive Fläche
- 280 × 160 mm
- Stift
- batterielos, 8.192 Druckstufen
- Verbindung
- USB-C und Funk
- Preis
- ~120 €
Vorteile
- Besonders große aktive Fläche
- Griffiges Drehrad und acht Express-Keys
- Präziser, batterieloser Stift
- Stabile Funkverbindung zum kleinen Preis
Nachteile
- Treiber etwas weniger ausgereift
- Oberfläche glatter, weniger papierähnlich
- Gelegentlich Neukonfiguration nach Updates
Das H640P ist der Preistipp und beweist, dass der Einstieg ins digitale Zeichnen kaum etwas kosten muss. Für rund 35 € liefert es einen erstaunlich präzisen, batterielosen Stift mit ebenfalls 8.192 Druckstufen und ist nach kurzer Treiberinstallation sofort einsatzbereit. Die Verarbeitung ist für den Preis ordentlich, und sechs Express-Keys bringen etwas Komfort in den Workflow. Gegenüber den höher platzierten Modellen fällt es jedoch durch die kompakte aktive Fläche von nur 160 × 100 mm zurück, die ausladende Bewegungen einschränkt. Zudem gibt es ausschließlich eine kabelgebundene USB-Verbindung, keinen Funk, und der Treiber wirkt schlichter. Für erste Schritte beim digitalen Zeichnen, Handschrift und gelegentliche Retusche reicht es aber gut aus.
- Aktive Fläche
- 160 × 100 mm
- Stift
- batterielos, 8.192 Druckstufen
- Verbindung
- USB
- Preis
- ~35 €
Vorteile
- Sehr günstiger Einstiegspreis
- Erstaunlich präziser, batterieloser Stift
- Sechs Express-Keys
- Sofort einsatzbereit
Nachteile
- Kompakte aktive Fläche
- Nur USB-Kabel, kein Funk
- Schlichterer Treiber
Häufige Fragen
Pen-Tablet oder Display-Tablett?
Pen-Tablets ohne Bildschirm sind günstiger und kompakter, man blickt aber auf den Monitor statt auf die Hand. Display-Tabletts mit eigenem Bildschirm zeichnen direkt auf der Fläche und sind intuitiver, kosten aber deutlich mehr. Für den Einstieg ist ein Pen-Tablet die preiswertere Wahl.
Wie viele Druckstufen brauche ich?
Aktuelle Tabletts bieten meist 8.192 Druckstufen - das reicht für sehr feine Druckverläufe. Wichtiger als die reine Zahl sind die gleichmäßige Druckkurve und ein geringer Anfangsdruck, damit zarte Linien sauber ansetzen.
Welche Größe der aktiven Fläche ist sinnvoll?
Eine mittlere Fläche (rund 20 cm Breite) ist ein guter Kompromiss aus Bewegungsfreiheit und Platzbedarf. Sehr große Flächen eignen sich für ausladende Striche, kleine Tabletts sind mobiler und reichen für Retusche und Einstieg.
Funktioniert das Tablett mit meiner Software?
Gängige Programme wie Photoshop, Krita, Clip Studio Paint oder GIMP unterstützen alle getesteten Tabletts. Entscheidend ist ein stabiler, aktueller Treiber des Herstellers - prüfen Sie vor dem Kauf die Kompatibilität mit Ihrem Betriebssystem.
Hinweis: Die Ergebnisse dieses Tests beruhen auf praktischen Vergleichen und Herstellerangaben und stellen keine Garantie dar. Das Zeichengefühl hängt von Software, Stiftspitze und persönlichen Vorlieben ab.
