Ein gutes Fieberthermometer misst genau und reproduzierbar, ist einfach zu bedienen und liefert das Ergebnis schnell - gerade bei unruhigen Kindern zählt jede Sekunde. Wir haben drei verbreitete Thermometer mit unterschiedlichen Messprinzipien im Praxisvergleich getestet.
Bei Fieberthermometern unterscheidet man im Wesentlichen drei Messprinzipien: Ohrthermometer erfassen per Infrarot die Wärmestrahlung des Trommelfells, Stirnthermometer messen kontaktlos die Temperatur der Schläfenarterie, und klassische Kontaktthermometer ermitteln die Körpertemperatur oral, axillar (in der Achsel) oder rektal. Entscheidend sind die Messgenauigkeit, eine gute Wiederholbarkeit der Werte, die einfache Handhabung und die Messgeschwindigkeit. In diesen Test haben wir je ein Gerät pro Messprinzip aufgenommen.
Testergebnisse für 3 Fieberthermometer
| Produkt | Messprinzip | Messzeit | Preis | Qualitätsurteil | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Braun ThermoScan 7 Testsieger | Ohr (Infrarot) | 1 Sek. | ~50 € | 1,7 GUT |
| 2 | Beurer FT 100 | Stirn / kontaktlos (Infrarot) | 2-3 Sek. | ~35 € | 2,3 GUT |
| 3 | Medisana TM 750 Preistipp | Kontakt (oral/axillar/rektal) | ca. 10 Sek. | ~8 € | 2,8 BEFRIEDIGEND |
Bewertungsskala: sehr gut (0,5-1,5) · gut (1,6-2,5) · befriedigend (2,6-3,5) · ausreichend (3,6-4,5) · mangelhaft (4,6-5,5)
So haben wir getestet
Wir haben die Thermometer über mehrere Wochen im Alltag mit Erwachsenen und Kindern eingesetzt und ihre Werte mit einem geeichten Referenzthermometer abgeglichen. Bewertet wurden die Messgenauigkeit gegenüber der Referenz, die Wiederholbarkeit bei mehreren Messungen kurz hintereinander, die Handhabung (Bedienung, Ablesbarkeit, Reinigung) und die Messgeschwindigkeit. Hinzu kam die Ausstattung wie Speicher, Fieberalarm und Display-Beleuchtung. Wichtig: Unterschiedliche Messorte liefern systematisch leicht abweichende Werte - entscheidend ist, dass ein Gerät bei sich selbst zuverlässig denselben Wert reproduziert.
Gewichtung der Bewertungskriterien:
Ohrthermometer (Infrarot) · Messung in 1 Sek. · Positionierungshilfe
Das genaueste Thermometer im Test: Das Braun ThermoScan 7 misst per Infrarot im Ohr und gleicht die Werte mit einer altersabhängigen Einstellung ab, sodass die Anzeige leichter einzuordnen ist. Die vorgewärmte Messspitze verhindert, dass eine kalte Sonde das Ergebnis verfälscht, und eine Positionierungshilfe (Licht und Ton) signalisiert die korrekte Lage im Gehörgang. In unseren Vergleichsmessungen waren die Werte sehr nah an der Referenz und auch bei mehreren Messungen kurz hintereinander gut reproduzierbar. Einziger Wermutstropfen: Für jede Messung werden Einweg-Schutzkappen empfohlen, die als Verbrauchsmaterial nachgekauft werden müssen.
- Messprinzip
- Ohr (Infrarot)
- Messzeit
- ca. 1 Sekunde
- Besonderheit
- vorgewärmte Spitze, Positionierungshilfe, Altersmodus
- Preis
- ~50 €
Testergebnisse im Detail
Vorteile
- Sehr genaue und gut reproduzierbare Werte
- Ergebnis in rund einer Sekunde
- Positionierungshilfe für korrekte Messung
- Altersabhängige Fieber-Einordnung
Nachteile
- Einweg-Schutzkappen als Verbrauchsmaterial nötig
- Höherer Anschaffungspreis
Fazit: Klarer Testsieger. Genaue, schnelle und gut reproduzierbare Messung mit durchdachter Bedienung - das beste Gesamtpaket im Test, wenn man die laufenden Kosten für Schutzkappen akzeptiert.
Das Beurer FT 100 ist die kontaktlose Empfehlung - ideal für schlafende oder berührungsempfindliche Kinder, weil die Messung an der Stirn ohne Hautkontakt erfolgt. Das Infrarotprinzip erfasst die abgestrahlte Wärme und liefert in zwei bis drei Sekunden ein Ergebnis; zusätzlich lässt sich das Gerät für Oberflächen- und Raumtemperatur nutzen und speichert die letzten Werte. In der Genauigkeit liegt es im Vergleich knapp hinter dem Ohrthermometer, weil der korrekte Abstand zur Stirn und Einflüsse wie Zugluft oder Schweiß das Ergebnis spürbar verändern. Dadurch ist die Wiederholbarkeit etwas geringer, was den entscheidenden Abstand zum Testsieger ausmacht. Die Bedienung bleibt dennoch einfach, und die hygienische, berührungslose Messung ist ein klares Plus. Wer Wert auf Komfort und Hygiene legt und sorgfältig misst, erhält ein gutes Allround-Gerät.
- Messprinzip
- Stirn / kontaktlos (Infrarot)
- Messzeit
- ca. 2-3 Sekunden
- Besonderheit
- berührungslos, Mehrfachfunktion, Speicher
- Preis
- ~35 €
Vorteile
- Hygienische, berührungslose Messung an der Stirn
- Schnelles Ergebnis in 2-3 Sekunden
- Mehrfachfunktion und Speicher
Nachteile
- Genauigkeit hängt vom korrekten Abstand ab
- Anfällig für Zugluft und Schweiß
Das Medisana TM 750 ist der Preistipp im Test: Das klassische Kontaktthermometer ist für unter 10 Euro zu haben und misst oral, in der Achsel oder rektal zuverlässig genau - rektal sogar am präzisesten. Die flexible Spitze ist angenehm und das Gerät wasserdicht, sodass sich die Reinigung unkompliziert gestaltet. Der größte Nachteil ist die lange Messzeit: Bis zum Signalton vergehen rund zehn Sekunden, in der Achsel noch deutlich länger, was bei unruhigen Kindern unpraktisch sein kann. Außerdem fehlen Komfortfunktionen wie eine berührungslose Messung oder eine altersabhängige Einordnung. Gegen den Testsieger spricht vor allem dieser geringere Bedienkomfort, nicht die Genauigkeit. Für preisbewusste Haushalte, die eine verlässliche Kontaktmessung suchen, bleibt es dennoch eine gute Wahl.
- Messprinzip
- Kontakt (oral/axillar/rektal)
- Messzeit
- ca. 10 Sekunden (oral/rektal)
- Besonderheit
- flexible Spitze, wasserdicht, sehr günstig
- Preis
- ~8 €
Vorteile
- Sehr günstig (unter 10 Euro)
- Bei Kontaktmessung zuverlässig genau, rektal am präzisesten
- Flexible Spitze, wasserdicht und leicht zu reinigen
Nachteile
- Lange Messzeit (rund 10 Sekunden, axillar länger)
- Wenig Komfortfunktionen
- Bei unruhigen Kindern unpraktisch
Häufige Fragen
Welche Messmethode ist am genauesten?
Als am zuverlässigsten gilt die rektale Messung mit einem Kontaktthermometer, besonders bei Säuglingen und Kleinkindern. Ohrthermometer sind bei korrekter Anwendung sehr genau und deutlich schneller. Stirn- und kontaktlose Geräte sind am bequemsten, reagieren aber empfindlicher auf Anwendungsfehler und Umgebungseinflüsse.
Ab welcher Temperatur hat man Fieber?
Als Richtwert gilt: ab etwa 37,5 °C spricht man von erhöhter Temperatur, ab 38,0 °C bis 38,5 °C von Fieber. Die genauen Grenzen hängen vom Messort ab, da Ohr-, Stirn- und Kontaktmessung systematisch leicht unterschiedliche Werte liefern.
Warum zeigen zwei Thermometer unterschiedliche Werte an?
Unterschiedliche Messorte und Messprinzipien führen zu leicht abweichenden Ergebnissen - das ist normal. Entscheidend ist, immer mit demselben Gerät am selben Messort zu messen und den Verlauf zu beobachten, statt einzelne Absolutwerte verschiedener Geräte zu vergleichen.
Wie reinigt man ein Fieberthermometer richtig?
Kontaktthermometer werden mit Wasser und Seife oder einem Desinfektionstuch gereinigt. Bei Ohrthermometern hält man die Linse sauber und nutzt - falls vorgesehen - Einweg-Schutzkappen. Kontaktlose Stirngeräte werden an der Sensorlinse vorsichtig abgewischt.
Hinweis: Die Ergebnisse dieses Tests beruhen auf praktischen Vergleichen und Herstellerangaben und stellen keine Garantie dar. Gemessene Werte können je nach Messort, Anwendung und Person abweichen. Bei anhaltendem oder hohem Fieber, bei Säuglingen oder unklaren Beschwerden ersetzt dieser Test keine ärztliche Beratung.
